Wie so was zusammenkommt ist nur in den Augen der übelsten Materialisten reiner Zufall.

Tatsächlich sind die Wirkungsmechanismen der feinen Geister subtiler: nachdem sich Leute jahrelang nicht sahen, klappt die Sache dann doch. Ralf Kaupenjohann, hier eher bekannt mit seinem Ensemble DRAj, und Markus Emanuel Zaja, vier Jahrgänge unterwegs mit der legendären Trinkhallen Tour Ruhr, wollten schon immer mal und telefonierten viel mit ihren Anrufbeantwortern … und dann paßte es plötzlich.

Mit den Zungen reden ist nicht nur ziemlich pfingstlich, der Wind weht auch durch die Instrumente: Zungenorgel, auch Akkordeon genannt, und immerhin druckbetriebene Saxophone in seltenen Außenformen lassen selbst die älteste Notenspur in ganz neuem Ton erklingen. Die beiden Kunstgestalten decken den europäischen Siedlungsraum seit der Römerzeit ab.

Stammt der eine stolz aus den schönsten Auen der Ruhrmetropole, blickt der andere auf viele Jahrhunderte polnisch-galizischer Ahnen zurück. So empfängt der Ureinwohner den Migranten mit starkem Ton und erntet zarten Schall.

Konzept und Plan: dies sei der Zukunft Widerhall ...



CD 6032 32513
Hier kann die aktuelle CD angefragt werden:

Diese CD wurde in der Longlist 3|2015 des Preises der Deutschen Schallplattenkritik aufgeführt!

„Erwartet hatte ich eigentlich Klezmer-Musik, was bei der Besetzung auch nicht von der Hand zu weisen ist. Erhalten habe ich sehr emotionale, bewegende Improvisationsmusik, die sich einfacher Kategorisierung entzieht, also viel mehr als ich mir versprochen hatte.“
Ralf Kaupenjohann, 09.01.14